Rede bei einer gelungenen Aktion für den Erhalt des UKH Lorenz-Böhler

Liebe Patienten und Bewohner von Brigittenau, Liebe Kollegen aus dem Lorenz Böhler

Wir sind eine Initiative aus wiener Arbeitern, Brigittenauern und Beschäftigten im Gesundheitsbereich. Unterstützt von der internationalen Arbeiterhilfe kämpfen wir dafür, dass das Lorenz Böhler bleiben muss.

Denn das Lorenz Böhler Unfallkrankenhaus wird eingespart. Seit Oktober gibt es zum Beispiel keine Möglichkeit zur Behandlung von Schwerverletzten. Vom Lorenz Böhler soll in Kürze nichts bleiben als das “größte Ambulanzzentrum Wiens”. Dort kann man dann nur noch kleine Verletzungen behandeln. Obwohl der Betrieb teilweise übersiedelt, wird offen eingespart. Es sei der „Bedarf an Schwerverletzten nicht gegeben“ – Das ist ein Blödsinn

¼ aller Unfallpatienten in Wien werden im Lorenz Böhler behandelt. Dazu kommen viele aus Niederösterreich. Es ist wichtig dass es diese Kapatitäten für Notfälle gibt, auch wenn sie über den Tagesbedarf hinaus gehen.

Gerade in der heutigen Zeit, wo das ganze Land im mittlerweile dritten Lockdown gehalten wird, angeblich für den Schutz der Kapazitäten im Gesundheitsbereich, ist es vollkommen pervers, gleichzeitig weiter bei der Gesundheitsversorgung zu kürzen.

Zusammenlegung heißt oft nicht bessere Versorgung, sondern mehr „Fließbandbetrieb“, dass pro Patient noch weniger Personal vorhanden ist – das haben wir beim Krankenhaus Nord gesehen. Diese Einsparung ist ein weiterer Angriff, speziell auf die Arbeiter, wie der 12-Stunden-Tag und die Abschaffung der Hacklerregelung.

Wir sagen, das ist eine Frechheit – diese Versorgung muss bleiben!

Die Beschäftigten im Lorenz Böhler sind massiv überarbeitet. Mit planbaren Operationen kommt man nicht mehr nach, wegen dem Personalmangel. Das Personal wird trotzdem nicht aufgestockt. Stattdessen sollen diese Probleme mit noch weiterer „Flexibilisierung“ „gelöst“ werden, wie dem Pendeln nach Meidling. Das ist keine „Lösung“ im Sinne der Beschäftigten oder der Patienten, sondern eine Zumutung. Einige der Kollegen pendeln ohnehin schon vom Burgenland hinein, und müssen jetzt noch locker 45 Minuten dazurechnen. Sieht so der Dank dafür aus, sich täglich für die Gesundheit des Volkes abzukämpfen?

Wir haben bei der “Umstrukturierung” der AUVA sehr gut gesehen, wer profitiert hat. Die Beiträge für die sogenannte “Arbeitgeberseite” sind weniger geworden. Darum geht es hier: Weitere Kürzungen bei der Volksgesundheit und Geschenke an die Kapitalisten. Das kann es nicht sein!

Wir wissen, dass wir bei der Schließung des Lorenz Böhler gegen einen mächtigen Willen kämpfen. Trotzdem ist klar, wenn das Volk vereint kämpft, ist der Abbau abgesagt. Nix ist fix wenn wir uns wehren!

Schlimm ist, wenn es keinen Widerstand gibt. Wenn die SPÖ vor der Wahl Aktionen macht, und danach nicht mehr. Widerstand ist gerechtfertigt und notwendig! Das wissen die Patienten und der größte Teil des Volkes in Wien. Das wissen die Bewohner von Brigittenau, und zurecht beteiligten sich schon viele an Aktionen. Und die Beschäftigten im Lorenz Böhler wissen das, wie sie bei vielen Kampfmaßnahmen gezeigt haben.

Es kommt darauf an, in unsere Kraft zu vertrauen, und unabhängig die Forderungen zu stellen, von denen wir wissen, dass es sie braucht. Schließen wir uns fest zusammen und bleiben wir in Kontakt. Wir bleiben aktiv und werden weiter Aktionen machen, also beteiligt euch weiter so großartig daran. Wir wissen, dass es notwendig ist.

Gegen den Abbau und die “Flexibilisierung”, für eine massive Aufstockung der Kollegen!

Das UKH Lorenz Böhler muss bleiben!

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